Grünkohl – Wintergemüse mit Frosteffekt
- Katharina Neuhold

- 1. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Grünkohl ist für mich pures Winterglück im Beet: robust, unkompliziert und jedes Mal ein kleines Wunder, wenn man ihn mitten in der Kälte frisch ernten kann. Wir haben unseren Grünkohl heuer bereits im September gepflanzt – jetzt, nach den ersten frostigen Nächten, zeigt er, was in ihm steckt: Das Aroma wird runder, milder und zugleich intensiver, ganz ähnlich wie bei Kohlsprossen.
Warum Grünkohl nach dem Frost besser schmeckt
Sinken die Temperaturen, stellt die Pflanze ihren Stoffwechsel um: Stärke wird in Zucker umgewandelt, um sich vor Frost zu schützen. Für uns bedeutet das: weniger Bitterstoffe, mehr Süße, zartere Blätter und ein deutlich angenehmerer Geschmack. Grünkohl hält dabei erstaunlich viel aus – je nach Sorte bis etwa –10 bis –15 °C – und kann den ganzen Winter über nach Bedarf geerntet werden.
Umgang im Winter – so machen wir es
Unser Grünkohl steht einfach im Beet und wartet auf seinen Einsatz. Die Ernte beginnt meist im Spätherbst und zieht sich, je nach Witterung, bis in den späten Winter hinein. Geerntet werden nur die äußeren Blätter, das Herz bleibt stehen – so treibt die Pflanze nach und wir können über Wochen immer wieder frische Blätter pflücken. An sehr kalten Tagen mit starkem Frost decken wir das Beet bei Bedarf leicht mit Vlies oder etwas Reisig ab, damit die Blätter nicht geschädigt werden.
Grünkohl in der Küche
In der Küche mag ich es am liebsten unkompliziert: Die Blätter werden vom Mittelstrunk gezupft, gründlich gewaschen und je nach Gericht grob oder fein geschnitten. Kurz gedünstet oder in der Pfanne geschwenkt bleiben Geschmack und Nährstoffe am besten erhalten. Ob klassisch mit Erdäpfeln, in einer wärmenden Suppe oder knackig im Ofen geröstet – gerade jetzt nach den ersten Frösten ist Grünkohl für mich eines der spannendsten Wintergemüse im Garten.
Grünkohl – Steckbrief
Pflanzzeit:
Vorkultur ab Mai/Juni, Auspflanzen ab Sommer
In unserem Garten: Pflanzung im September, Ernte ab Spätherbst bis in den Winter hinein
Standort & Pflege:
Sonnig bis halbschattig
Nährstoffreicher, lockerer Boden
Regelmäßig gießen, aber Staunässe vermeiden
Verwendung in der Küche:
Blätter vom Strunk zupfen, waschen und grob oder fein schneiden
Ideal für: Pfannengerichte, Suppen, Eintöpfe, Ofengemüse, Chips oder als Beilage
Nährstoffe – darum ist Grünkohl so gesund:
Reich an Vitamin C, A, K und B-Vitaminen – stärkt Immunsystem, Knochen und Nerven
Viele Mineralstoffe: Calcium, Kalium, Magnesium, Eisen, Folsäure
Ballaststoffreich und kalorienarm
Enthält antioxidative Pflanzenstoffe (z.B. Carotinoide, Flavonoide), die Zellen schützen können
Grünkohl ist für uns damit: Wintergemüse, Vorratskammer und Gesundheitsbooster in einem. Im nächsten Beitrag gibt es ein einfaches Rezept – direkt vom Beet in die Pfanne.




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